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Reisebericht Sizilien Alcantara Schlucht

Die “Gola d’Alcantara” ist ein bis zu 20 m tiefer Einschnitt, den sich der Alcantara-Fluss über Jahrmillionen durch Vulkangestein gegraben hat. Der 400 m lange Canyon ist sehr schmal und von hohen Basaltwänden begrenzt. Wer die Schlucht durchwandern will, muss unwillkürlich ein Stück durchs eiskalte Wasser (nie wärmer als 14°C) waten. Mitunter ist derPegelstand des Flusses so hoch, dass man sogar schwimmen muss, wie es bei uns der Fall war. Die Frage, die sich dann immer stellt ist – wohin nur mit den Sachen? Auch wir standen vor diesem Problem und entschieden uns wegen der nicht zu unterschätzenden Verkühlung im Wasser (immerhin wären wir nicht nur mit den Füßen im Wasser gewesen) nicht durch die Schlucht zu gehen, sondern begnügten uns damit, ein paar Foto- und Videoaufnahmen zu machen und uns etwas im Wasser zu erfrischen.
Ein Geheimtipp ist die Schlucht keineswegs. Sie ist fester Bestandteil von Reisebustouren, so dass es dort einen ständigen Touristenandrang gibt. Wir können gar nicht genau sagen, ob die Besichtigung der Schlucht etwas kostet. Wir wählten den vom Haupteingang aus gesehen auf der Hauptstraße 200 m links entfernten Abstieg, zum einem um nicht mit den Massen zu laufen und zum anderen des freien Zugangs wegen. Wie wir allerdings mitbekommen haben, gibt es direkt vom Parkplatz aus neben dem Lift ebenfalls noch eine Treppe, die in die Schlucht hinunter führt und ein gebührenfreier Zugang ist. Den im Reiseführer beschriebenen Verleih von Gummistiefeln und -latzhosen schien es bei uns ebenfalls nicht gegeben zu haben, denn kein Besucher kam mit etwas derartigem an. Die Alcantara-Schlucht ist ca. 20 km von Taormina entfernt und von da aus gut per Bus zu erreichen, der 2 – 3 Mal am Tag dorthin fährt. Wir waren froh, nicht einen extra Tag für die Schlucht verplant zu haben, denn für uns war sie nicht so beeindruckend.

Ausflugsziele in Sizilien

Sizilien Taormina eine Sonnenterrasse hoch ueberm Meer

Taormina

Taormina

Taormina

Die Lage des kleinen Staedtchens versetzt seit Jahrhunderten Besucher in helles Entzuecken: hoch ueber der Steilkueste, an den Felsen geschmiegt, liegen die Haeuser im Schatten des allgegenwaertigen Etna. Der Charme Taorminas entfaltet sich vor allem auf den kleinen, mit Blumen geschmueckten Plaetzen, in den gut erhaltenen Fassaden und den verwinkelten Treppengaesschen. Der Corso Umberto, Lebensnerv und Flanierstrasse des Ortes, wird gesaeumt von liebevoll restaurierten Herrenhaeusern. Die Auslagen im Parterre sind mehr als verfuehrerisch suesse Koestlichkeiten, feine Lederwaren oder Kunsthandwerk locken ebenso wie die landestypische Kueche. Doch es ist wohl der Postkartenblick vom griechisch-roemischen Theater, dem Teatro Greco, der Taormina zum meistbesuchten Ferienort Siziliens macht. Etwa im 3. Jahrhundert vor Christus errichteten die Griechen in Panoramalage vor der Landschaftskulisse des Etna das urspruengliche Theater, das spaeter von den Roemern umgebaut und auf seine heutige Groesse erweitert wurde.

Mit den Roemern gerieten die feinsinnigen griechischen Tragoedien allerdings in Vergessenheit und Gladiatorenkaempfe sorgten fuer die Unterhaltung des antiken Publikums. Heute werden in den Sommermonaten wieder Theaterauffuehrungen sowie Konzerte in historischer Kulisse veranstaltet. Nicht nur zu naechtlicher Stunde, sondern vor allem am fruehen Morgen, laesst sich die bezaubernde Atmosphaere des Ortes am besten einfangen. Dann, wenn noch Stille und Einsamkeit die antiken Saeulen umweben, wenn die Luft noch klar ist und der nahe Etna sein geheimnisvolles Antlitz unverhuellt zeigt, werden die schwaermerischen Worte Goethes wieder lebendig, der Taormina vor rund 200 Jahren als eine paradiesische Ecke bezeichnete.

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